Hallux rigidus - Der Steif-Zeh

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Mit Hallux rigidus et limitus wird eine zunehmende Gelenkverschleißerkrankung im Großzehengrundgelenk ohne wesentliche seitliche Fehlstellung bezeichnet. Der Hallux rigidus tritt in typischer Weise im 4. und 5. Lebensjahrzehnt auf, Sportler mit wiederholten Fußverletzungen z.B. Fußballspieler sind besonders häufig betroffen. 

 

Durch Verschleißprozesse im Großzehengrundgelenk wird die Bewegung beim Abrollen immer schmerzhafter, die Streckung der Großzehe wird immer schlechter, was bis zu einer weitgehenden Einsteifung im Großzehengrundgelenk führen kann.

 

Das Frühstadium des Hallux rigidus ist noch gut durch eine mobilisierende Maßnahmen und orthopädietechnische Versorgung mit Sohlenversteifung, Spezialeinlage und Ballenrolle zu behandeln.  

 

 

Operative Therapie des Hallux rigidus:  

 

Cheilotomie( dorsal wedge),ggf. in Kombination mit Weichteilkorrekturen

Hierbei wird der fußrückenseitige Knochenhöcker am ersten Mittelfußköpfchen abgetragen und die Gelenkkanten geglättet. Zusätzlich werden Sehnenverklebungen beseitigt. Auch kann eine Verkürzung oder Verschiebung des ersten Mittelfußknochens notwendig werden

  

Großzehengrundgelenkversteifung (Arthrodese)  

Bei jüngeren, sportlich aktiven Patienten wird eine selektive Fusion des Großzehengrundgelenkes empfohlen, dadurch ist ein schmerzfreies und kraftvolles Abrollen möglich. Die Bewegung im Endgelenk bleibt dabei erhalten.

 

Resektionsarthroplastik (OP nach Brandes)

Teilentfernung der Grundgliedbasis mit Kapsellappenplastik (siehe Erklärung bei Hallux valgus), wenn ausgeprägte Gelenkverschleißprozesse eingetreten sind. Aufgrund der schlechten Kosmetik wird diese Op nur in absoluten Ausnahmefällen noch von uns durchgeführt

 

Endoprothese des Großzehengrundgelenkes

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein biokompatibeles künstliches Gelenk eingesetzt werden. Dies stellt eine der neuesten Errungenschaften der Gelenkchirurgie des Vorfußes dar. Dadurch wird eine gute Beweglichkeit mit guter Fußabwicklung kombiniert. Allerdings kann ein solches künstliches Gelenk auslockern, was Folgeoperationen nach sich ziehen kann.